Tagung │ Praktiken und Raum

  1. und 23. November 2018 │ Friedrich-Schiller-Universität Jena │ Fürstengraben 27 │ Kleiner Rosensaal

 

Donnerstag, 22. November 2018

8:30-9:55 Jonathan Everts (Halle), Susann Schäfer (Jena) Begrüßung und Einführung
Hilmar Schäfer (Gießen) Keynote I: Globale Bewertungsräume
Patrick Reitinger (Bamberg) Historizität räumlicher Praxis – Potentiale und Grenzen einer Integration von Praxeologie und Historischer Geographie
9:55-10:30   Kaffeepause
10:30-12:10 Kristin Reiß (Dresden) Territoriale Systeme sozialer Innovationen – ein praxeologischer und raumbezogener Beitrag zur Transitionsforschung
David Adler (Bochum) Vom Programm zur Performativität – Raum und Macht jenseits des Panopticons
Sebastian Weißgerber (Eichstätt-Ingolstadt) Praktiken mappen, Orte vermessen – Eine praxeologische Adaptierung der Situationsanalyse zur Raumforschung
Stefan Applis (Gießen) Möglichkeiten und Grenzen der Datentriangulation aus praxistheoretischer Perspektive in humangeographier Feldarbeit und Einsatz der dokumentarischen Methode nach Ralf Bohnsack
12:10-13:15   Mittagsessen vor Ort (Catering)
13:15-15:30 Judith Wiemann (Köln) Internationalisierung von Ausbildungspraktiken in deutschen multinationalen Unternehmen nach Mexiko, Indien und China
Tatiana Lopez (Köln) Ein praktikentheortischer Ansatz zur Konzeptionalisierung von Arbeitskontrolle in Globalen Produktionsnetzwerken
Roland Lippuner (Osnabrück) Die Praxis der Maschinen
15:30-15:45   Kaffeepause
15:45-18:00 Diana Lengersdorf (Bielefeld) Keynote II: Methodische Überlegungen zum Erleben von ereignendem Raum
AutorInnenkollektiv Vorstellung des Buches „Praktiken und Raum“
Im Anschluss   Abendessen im Restaurant „Zur Noll“

 

Freitag, 23. November 2018

9:00-10:35 Matthew Hannah (Bayreuth) Keynote III: The directedness of practice
Julia von Mende (Aachen) „… gegessen wird hier tatsächlich wenig…“ – Fragen an eine praxistheoretische Perspektive auf Küchen und Essräume
Christine Neubert (Hamburg) Die Herstellung von Raum am Arbeitsort
10:35-11:00   Kaffeepause
11:00-12:15 Malte Höfner (Graz) Raumteilen: Mikrogeographische Praktiken des Teilens (Sharing) und des (Ab-)Trennens (Dividing) im Hinblick auf ihre sozialräumlichen Konfiguriertheiten
Robert Schmidt (Eichstätt-Ingolstadt) Keynote IV: Situiertheit und Situativität sozialer Praktiken
Im Anschluss   Mittagessen im Restaurant „Versilia“

 

 

Das Netzwerk „Praktiken“: Ausrichtung und ZieleMit seiner 1996 veröffentlichten Theorie der sozialen Praktiken setzt Theodore Schatzki neue und relevante Impulse für die Konzeptionen sozialen Handelns in den Sozialwissenschaften. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen nach der Konstitution des Sozialen und nach Verflechtung individueller Handlungsweisen mit übergeordneten sozialen Phänomenen. Zentrale Konzepte in Schatzkis Theorie sind zum einen „Praktiken-Arrangement-Bündel“, die verstärkt das Materielle für die Konstitution des Sozialen berücksichtigen, und zum anderen der „Zeit-Raum“ sozialer Praktiken. Eine Analyse der Orchestrierung von Zeit, Raum und Praktiken und deren Verdichtung zu „place-path-arrays“ ist der daraus folgende Auftrag für empirische Forschung. Der Zweck des Forschungsnetzwerks ist die Bündelung solcher praktikentheoretischer Forschung unter deutschsprachigen Humangeograph_innen mit dem Ziel theoretische und methodologische Themen zu diskutieren und diese für die humangeographische Forschung weiterzuentwickeln. An dem Forschungsnetzwerk nehmen Wissenschaftler_innen unterschiedlicher humangeographischer Ausrichtung teil, die anhand von drei Querschnittsthemen (politische Praktiken, Praktiken der wirtschaftlichen Transformation und des Marktes, Praktiken des Konsums) die Theorie der sozialen Praktiken aufarbeiten und den von ihnen bearbeiteten Forschungsthemen neue Impulse zuführen wollen.Auf der folgenden Abbildung wird Schatzkis komplexes Vokabular zur Konstitution sozialer Phänomene im Überblick zusammengefasst:

Abbildung: Konstitution sozialer Phänomene im praktikentheoretischen Vokabular Theodore Schatzkis (Quelle: Maus, Gunnar (2015): Erinnerungslandschaften: Praktiken ortsbezogenen Erinnerns am Beispiel des Kalten Krieges. (Kieler Geographische Schriften, Bd. 127. Kiel: Geographisches Institut. S. 59.)

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen auf dem Deutschen Kongress für Geographie 2017 mit handlungs- und praxisinteressierten Geograph_innen diskutiert werden. Der Erkenntnisgewinn aus der dreijährigen Kooperation soll in gemeinsamen Themenheften und einem Handbuch zu „Praktiken und Raum“ festgehalten werden.