Aktivitäten 2018: Workshop und Tagung

In diesem Jahr treffen sich die Mitglieder des Netzwerks am 22. und 23 März in Kiel. Anliegen des Workshops sind die inhaltlichen Diskussionen um Praktikentheorien in der Geographie und die Vorbereitung des Handbuchs „Praktiken und Raum“.

Kiel (Photo von Christian via Flickr)

Das Netzwerk „Praktiken“: Ausrichtung und ZieleMit seiner 1996 veröffentlichten Theorie der sozialen Praktiken setzt Theodore Schatzki neue und relevante Impulse für die Konzeptionen sozialen Handelns in den Sozialwissenschaften. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen nach der Konstitution des Sozialen und nach Verflechtung individueller Handlungsweisen mit übergeordneten sozialen Phänomenen. Zentrale Konzepte in Schatzkis Theorie sind zum einen „Praktiken-Arrangement-Bündel“, die verstärkt das Materielle für die Konstitution des Sozialen berücksichtigen, und zum anderen der „Zeit-Raum“ sozialer Praktiken. Eine Analyse der Orchestrierung von Zeit, Raum und Praktiken und deren Verdichtung zu „place-path-arrays“ ist der daraus folgende Auftrag für empirische Forschung. Der Zweck des Forschungsnetzwerks ist die Bündelung solcher praktikentheoretischer Forschung unter deutschsprachigen Humangeograph_innen mit dem Ziel theoretische und methodologische Themen zu diskutieren und diese für die humangeographische Forschung weiterzuentwickeln. An dem Forschungsnetzwerk nehmen Wissenschaftler_innen unterschiedlicher humangeographischer Ausrichtung teil, die anhand von drei Querschnittsthemen (politische Praktiken, Praktiken der wirtschaftlichen Transformation und des Marktes, Praktiken des Konsums) die Theorie der sozialen Praktiken aufarbeiten und den von ihnen bearbeiteten Forschungsthemen neue Impulse zuführen wollen.Auf der folgenden Abbildung wird Schatzkis komplexes Vokabular zur Konstitution sozialer Phänomene im Überblick zusammengefasst:

Abbildung: Konstitution sozialer Phänomene im praktikentheoretischen Vokabular Theodore Schatzkis (Quelle: Maus, Gunnar (2015): Erinnerungslandschaften: Praktiken ortsbezogenen Erinnerns am Beispiel des Kalten Krieges. (Kieler Geographische Schriften, Bd. 127. Kiel: Geographisches Institut. S. 59.)

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen auf dem Deutschen Kongress für Geographie 2017 mit handlungs- und praxisinteressierten Geograph_innen diskutiert werden. Der Erkenntnisgewinn aus der dreijährigen Kooperation soll in gemeinsamen Themenheften und einem Handbuch zu „Praktiken und Raum“ festgehalten werden.