Dritter Workshop des DFG Netzwerks „Praktiken“ (Universität Kiel, 22.-23.3.2018)

Ziel dieses Workshops war die gemeinsame Arbeit am Handbuch „Praktiken und Raum“, welches das Netzwerk bis 2019 publizieren möchte. In diesem Handbuch werden folgende Kapitel veröffentlicht:

  • Praxeologische Ansätze für die Geographie
  • Praktiken und Gesellschaft
  • Praktiken und Macht
  • Praktiken und Alltag
  • Praktikentheorie und Affekt/Emotionen
  • Praktiken und Wirtschaft
  • Praktiken und Planung
  • Praktiken und Zeit

Zweiter Workshop des DFG Netzwerks „Praktiken“ (Universität Bonn, 18.-19.5.2017)

Nach dem ersten Workshop in Jena im November 2016 trafen sich Geographinnen und Geographen zum zweiten Workshop im Rahmen des DFG geförderten Netzwerkes „Humangeographische Forschungsperspektiven nach dem practice turn in den Sozialwissenschaften“ (2016-2019).

Während das erste Treffen den Fokus auf das gegenseitige Kennenlernen und auf die Vorstellung einzelner Forschungsprojekte legte, diskutierten die Teilnehmenden (von den Universitäten Bayreuth, Bonn, Erlangen, Heidelberg, Jena, Kiel, Köln, Luxemburg, Münster und Paris) praktikentheoretische Fragestellungen. Der Workshop begann mit einer intensiven Auseinandersetzung des 2017 von A. Hui, T. Schatzki und E. Shove herausgegebenen Sammelwerks „The nexus of practices – Connections, constellations, practitioners“. Aus diesem Sammelband wurden in Kleingruppen folgende Kapitel diskutiert:

  • Allison Hui: Variation and the intersection of practices
  • Davide Nicolini: Is small the only beautiful? Making sense of ‘large phenomena’ from a practice-based perspective
  • Matt Watson: Placing power in practice theory

Anschließend wurde von Christine Wenzl und Lars Kraehnke ein Vorschlag für einen Literaturkanon „Praktiken“ vorgestellt und diskutiert. Ziel des Netzwerks ist es unter anderem, ein kommentiertes Literaturverzeichnis zu erstellen, das es Interessierten ermöglicht, einen schnellen Überblick über die wichtigsten Texten der Praktikentheorie(n) zu erhalten.

Des Weiteren wurden von den Teilnehmenden die Themen identifiziert und diskutiert, welche in den nächsten Monaten Gegenstand der gemeinsamen Veröffentlichung sein sollen. Darunter sind Themenfelder wie „Praxeologische Disziplingeschichte und Einordnung in die Geographie“, „Praktiken in Raum und Zeit“, „Praktiken und Macht“, u.a.

Die Netzwerkmitglieder treffen sich auf dem Deutschen Kongress für Geographie in Tübingen wieder, wo ein informelles Treffen stattfinden wird. Der nächste Workshop findet im Frühling 2018 voraussichtlich in Jena statt.

Erstes Treffen des DFG Netzwerks „Praktiken“ (Friedrich-Schiller-Universität Jena, 17.-18.11.2016)

In Jena fand das erste Treffen des von der DFG geförderten Netzwerkes „Humangeographische Forschungsperspektiven nach dem practice turn in den Sozialwissenschaften“ statt. Susann Schäfer von der Friedrich-Schiller Universität Jena hat mit Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen die Förderung dieses Netzwerks durch die DFG von 2016 bis 2019 eingeworben.

Das Ziel des Netzwerkes ist die Weiterentwicklung einer Theorie soziales Handelns auf der Basis der Praktikentheorie für die humangeographische Forschung. Dabei sollen insbesondere Konzepte, die von Theodore Schatzki vorgeschlagen wurden (z.B. time-space, practice-arrangement-bundles), ausführlich berücksichtigt werden. Erklärtes Ziel ist weiterhin, die Praktikentheorie in der deutschsprachigen Humangeographie stärker einzubringen, aber auch die internationale und interdisziplinäre Vernetzung mit anderen Praktikentheoretiker_innen voranzutreiben. Der Fokus auf die Arbeiten von Schatzki begründet sich durch seine Verschränkung von Theorien des Sozialen, des Materiellen und der Relationen. Wir gehen davon aus, dass es sich dabei um ein neues forschungsleitendes Paradigma handeln könnte, dessen Tragfähigkeit wir für die empirische Forschung ausloten möchten.

Am ersten Treffen des Netzwerks nahmen Humangeograph_innen aus unterschiedlichen Teildisziplinen der Humangeographie teil (Sozialgeographie, Wirtschaftsgeographie, Politische Geographie, und Kulturgeographie). Die folgende geographische Institute waren auf dem Treffen vertreten: Bonn, Dresden, Erlangen, Frankfurt/M., Heidelberg, Jena, Kiel, Luxemburg und Münster. Aus inhaltlicher Sicht förderte das erste Zusammenkommen eine Reihe von Themen und Fragen hervor, mit denen wir uns auf dem nächsten Treffen weiter auseinandersetzen möchten. Unter anderem gehören dazu die Fragen nach Wandel und Brüchen von Praktiken sowie deren Stabilisierung und Kontinuität. Praktiken sind weiterhin nachvollziehbare Tätigkeiten, die Verbindungen der Praktiken zueinander schaffen aber übergeordnete Zusammenhänge, die nicht unmittelbar zu beobachten sind (sogenannte „Practice-Arrangement-Bundles“). Dieser Umstand wirft wiederum eine Reihe methodologischer und methodischer Fragen auf. Letztendlich interessieren wir uns auch dafür, welchen Mehrwert Praktikentheorien sowohl für die Praxis (z.B. Planung) als auch die Lehre haben können.

Das nächste Treffen findet am 18. und 19. Mai 2017 in Bonn statt und wird von Jonathan Everts organisiert. Interessierte melden sich bitte bis zum 29. Februar 2017 bei Dr. Susann Schäfer (susann.schaefer@uni-jena.de).